Digitale Bildung in Deutschland 2020

Letzte Aktualisierung am 15.06.2020 | 242 Aufrufe | Fehler melden

FOLGENDE FRAGEN WERDEN GEKLÄRT – DER INHALT:
  • Was bedeutet Digitale Bildung eigentlich?
  • Welche Rolle nimmt sie in Deutschlands Schulen ein?
  • Welche Reformen sind durch die Bundesregierung in Arbeit und wie sind die Standpunkte verschiedener Parteien zur digitalen Bildung?
  • Wie sieht das Bildungssystem beim Vorreiter für digitale Bildung Dänemark aus?
  • Welche Vor- und Nachteile birgt die moderne Form der Schule?

Bevor du dir die spannenden, nachfolgenden Inhalte anschaust, stelle doch einmal dein eigenes Wissen zu dem Thema auf den Prüfstand. Kannst du alle Fragen richtig beantworten?

Quiz zur Digitalen Bildung

Wie viel Geld haben die 40.000 Schulen in Deutschland vom 5 Milliarden Euro-Paket „DigitalPakt Schule“ bereits abgerufen?
5 Milliarden €
20 Millionen €
1,73 Milliarden €
540 Millionen €

Richtig!

Falsch!

Wie viel Prozent aller Schüler in Deutschland verwenden digitale Medien im Unterricht?
1 %
73 %
45 %
4 %

Richtig!

Falsch!

Wie viel Prozent aller Schüler in Dänemark verwenden digitale Medien im Unterricht?
45 %
23 %
91 %
85 %

Richtig!

Falsch!

Schneidet Deutschland bei der Nutzungsquote von digitalen Medien durch Schüler im Unterricht unterhalb oder oberhalb des internationalen Durchschnitts ab?
Deutschland schneidet unterdurchschnittlich ab
Deutschland schneidet überdurchschnittlich ab

Richtig!

Falsch!

Wie viel Prozent aller Lehrer in Deutschland verwenden digitale Medien im Unterricht?
2 %
65 %
23 %
71 %

Richtig!

Falsch!

Wie viel Prozent aller Lehrer in Dänemark verwenden digitale Medien im Unterricht?
72 %
39 %
98 %
55 %

Richtig!

Falsch!

Schneidet Deutschland bei der Nutzungsquote von digitalen Medien im Unterricht durch Lehrer unterhalb oder oberhalb des internationalen Durchschnitts ab?
Deutschland schneidet unterdurchschnittlich ab
Deutschland schneidet überdurchschnittlich ab

Richtig!

Falsch!

Wie viel Prozent aller Lehrer in Deutschland verwenden digitale Medien zur Kommunikation mit ihren Schülern?
17 %
54 %
2 %
89 %

Richtig!

Falsch!

Wie viel Prozent aller Lehrer in Dänemark verwenden digitale Medien zur Kommunikation mit ihren Schülern?
77 %
45 %
12 %
97 %

Richtig!

Falsch!

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Digitale Bildung Quiz

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Was ist „Digitale Bildung“?

Diese Bezeichnung beschreibt zunächst alle Methoden fortschrittlicher Schulbildung mithilfe zeitgemäßer Technologie.

Dazu gehören Unterrichtsgestaltung durch digitale Medien seitens der Lehrer, Umsetzung und Bearbeitung des Schulstoffes mit Tablets oder Notebooks sowie das Vermitteln von praktischem Verständnis für Hardware und Programmierung.

Im weitesten Sinne bezieht sich digitale Bildung aber auch auf Themen wie digitale Ethik oder Schulprojekte, die zur Aufgabe haben, durch digitale Lösungsansätze humanen Problemen wie dem Klimawandel entgegenzutreten.

Darauf geht dieser Artikel jedoch zunächst nicht ein.

Wie auch immer verschiedene Sichtweisen auf diese in heutigen Tagen wichtige Thematik aussehen, sollten wir uns zum Einstieg damit beschäftigen, ob es Sinn macht, digitale Bildung auch hierzulande Einzug in die Klassenzimmer halten zu lassen.

Modernes Bildungssystem mithilfe digitaler Bildung

Modernes Bildungssystem mithilfe digitaler Bildung (Ipad Schule Kind von steveriot1 unter Pixabay Lizenz)

Letztlich geht es bei digitaler Bildung darum, Kindern von der 1. bis 13. Klasse anhand zeitgemäßer Methoden Wissen mitzugeben, das sie in der globalisierten Welt benötigen.

Wichtig ist daher zunächst, das aktuelle Bildungssystem in Deutschland unter die Lupe zu nehmen.

Was zeigt uns der Ist-Zustand? Sind deutsche Schüler für die technologische und informationstechnische Zukunft gewappnet? Welche Maßnahmen sind für den Schritt in die Digitalisierung an Schulen notwendig und wer ist dafür zuständig?

Wie sieht die digitale Bildung aktuell in Deutschland aus?

Grüne, mit Kreideresten verschmutzte Tafeln, Unmengen an Papier-Kopien, Ranzen voll mit Büchern und Lernheften – das ist das Bild, was sich an Deutschlands Schulen im Jahr 2020 noch immer abzeichnet.

Eines Bildes, das von Rückstand für ein solches in vielen Belangen weit entwickeltes Land zeugt.

Wir nennen uns Exportweltmeister und spielen auf höchstem Level des technologischen Fortschritts mit.

Nur in puncto digitale Bildung hinken wir weit hinter Ländern wie Dänemark, Frankreich oder den USA her. Ein Zustand, der uns in 20 Jahren wahrscheinlich weit zurückwerfen wird.

 

Knallharte und übertriebene Analyse? Nicht wirklich.

2019 wurde die neueste Auflage der ICILS (International Computer and Information Literacy Study) veröffentlicht: Eine repräsentative Studie, die in 14 teilnehmenden Ländern die medien-, computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen aufzeigt. In Deutschland nahmen 3.655 Schülerinnen und Schüler aus 210 Schulen teil.

Schon 2014 schnitt Deutschland in der ersten Runde der Studie, die von der IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement) herausgegeben wurde, mit alarmierenden Mängeln ab.

Veränderungen lassen laut der aktuellen ICIL-Studie jedoch noch immer auf sich warten und werden durch den Bundestag, Bürokratie und nicht zuletzt durch kulturell begründete Herangehensweisen gebremst.

Doch sind viele Menschen sehr daran interessiert, dass der Schritt in die Moderne gemacht wird, nicht nur die Eltern und Schüler selbst, sondern auch die Politik und Unternehmen.

Nicht umsonst ist das Thema „Digitale Bildung“ seit Jahren in den Medien, im Internet und auch in Wahlprogrammen präsent; versprechen sich die Abgeordneten im Bundestag sowie Unternehmen doch wirtschaftliches Mithalten in der Globalisierung.

Die findet nun mal bereits jetzt digital statt und schreitet in ihrer Entwicklung rasant voran.

Auch die Studie „Monitor Digitale Bildung“ der Bertelsmann Stiftung legt nahe, dass darüber diskutiert werden kann, in welchem Alter Kinder mit Medien konfrontiert werden sollen, aber nicht ob.

Aktuell erfahren Kinder und Jugendliche ihre digitale Bildung in ihrer Freizeit aus dem Internet. Ungefiltert und insofern beschränkt wie ihre Eltern es für richtig halten.

Ein reflektierter Umgang findet meist nicht statt, wäre aber in Zeiten, in denen die meisten Informationen über das Internet verbreitet und konsumiert werden, dringend nötig.

Fazit
  • Noch zeigt sich ein altmodisches Bild in deutschen Schulen, geprägt von viel Papier und Kreidetafeln.
  • Unterricht im Sinne der digitalen Bildung findet hierzulande kaum statt, da sind Dänemark und einige andere Länder um einiges weiter.
  • Studien wie die „ICILS“ und der „Monitor Digitale Bildung“ bescheinigten Deutschland bereits 2014 zahlreiche Mängel was die moderne Bildungsform angeht.
  • Bis dato hat sich daran kaum etwas geändert, obwohl Eltern, Politiker und Unternehmen daran interessiert sind, dass sich etwas ändert.

Die Jugend ist auch nicht mehr das, was sie mal war

Das aktuelle Bild des Unterrichts – ganz gleich welcher Stufe – zeichnet sich im Bereich der digitalen Bildung durch separate Computerräume mit veralteter Technik und ebenso überholter Software aus.

Overhead- und Dia-Projektoren bestimmen das Interieur eines Klassenraums.

Zeitgemäß ist das nicht mehr. Schauen wir uns die Jugend an, die in den heutigen Tagen die Schulen in Deutschland besucht, unterscheidet sich ihr Schultag von dem der Freizeit gravierend.

Während sie in der für die meisten Schülerinnen und Schüler wohl angenehmeren Tageszeit am Smartphone klebt, per Tablet und PC im Internet surft sowie online mit Freunden zockt, ist der morgendliche Gang in die Schule wie eine Zeitreise – aber rückwärts.

 

Digitales Verständnis lernen Jugendliche nicht in der Schule

Digitales Verständnis außerhalb der Schule

Digitales Verständnis außerhalb der Schule (Jugendliche von Bankenverband unter CC0 1.0)

Im Zeitalter der Informationstechnologie sollte sich auch das Bildungssystem eines Landes auf die damit einhergehenden Entwicklungen einstellen.

Stattdessen belegt Dr. Birgit Eickelmann, Koordinatorin des deutschen Teils der ICILS und Professorin an der Universität Paderborn, dass die meisten Kinder und Jugendlichen ihre digitalen Kenntnisse außerhalb der Schule erwerben.

Vor allem Memes, Social Media und Messenger gehören zum Alltag der jungen Menschen.

Aber auch wenn im Netz der Spaß im Vordergrund steht, dienen zahlreiche Webseiten mit Lernangeboten und Plattformen wie YouTube (oder Onlinesprache 😊) dazu, diesen auch etwas beizubringen.

Es ist eine private, digitale Bildung.

 

Digitale Bildung von Kita-Beinen an

Die Unterhaltungsindustrie hat ihre Zielgruppe schon seit Langem auf Kinder ab Kita-Alter bis hin zu Jugendlichen erweitert.

Mit Tablets können schon im Kita-Alter grundlegende Dinge wie Multiplizieren oder Lesen auf spielerische Art erlernt werden.

Später werden auf Internet-Plattformen Videos angesehen, die einem gehobenere Geometrie oder geschichtliche Ereignisse nahebringen – informationstechnisches Aufarbeiten des Schulstoffes, welchen die Kinder und Jugendlichen zuvor am Tag per Frontbeschallung und Schwarz-Weiß-Kopien erhalten haben.

Doch wenn wir von digitaler Bildung sprechen, entspricht dieser Status quo an deutschen Schulen eben nicht dem, was es heißt, zeitgemäßen Unterricht zu führen.

Fazit
  • Laut Dr. Birgit Eickelmann erwerben die meisten Kinder und Jugendliche ihre digitalen Kenntnisse außerhalb der Schule.
  • Vor allem das Internet dient durch soziale Netzwerke und Videoplattformen als Quelle.
  • Die Unterhaltungsindustrie hat ihre Zielgruppe bereits auf Kinder ab Kita-Alter angepasst; jetzt müssen nur noch die Schulen nachziehen.

Das Interesse der Politik an digitaler Bildung

Nicht nur die Piratenpartei, die sich vor allem durch derartige Themen positioniert, ist der Ansicht, dass wir Fortschritte in der digitalen Bildung benötigen, sondern auch jene Parteien, welche das Geschehen in Deutschland am ehesten beeinflussen.

CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke haben zwar verschiedene politische Ambitionen, aber in Bezug auf digitale Bildung sind sie sich meistens eins.

So wurde durch die SPD eine Debatte im Bundestag angestoßen, die Ende 2018 in einer Grundgesetzänderung sowie einem 5-Milliarden-Euro-Paket gipfelte – dem „DigitalPakt Schule“.

Die Gesetzesänderung war notwendig, da in Deutschland die Länder und Kommunen für die Bildung zuständig sind.

Größere Veränderungen und Investitionen können erst mit dem DigitalPakt länderübergreifend erfolgen.

 

Geld, das verstaubt

Digitalpakt: 5-Milliarden-Euro-Budget

Digitalpakt: 5-Milliarden-Euro-Budget (Bundestagsplenum (Tobias Koch) von Tobias Koch unter CC BY-SA 3.0 DE)

Nachdem alles Mögliche getan war, wurde das Geld bereitgestellt und 40.000 Schulen dürfen sich seit Mitte 2019 daraus bedienen; bisher wurden jedoch nur 20 Millionen angefordert.

Die Herausforderung: Die Schulen müssen ein ausführliches Konzept vorlegen, wie das Geld verwendet wird.

Außerdem müssen sämtliche Lehrkräfte auf Fortbildung geschickt werden. Ein Ding der Unmöglichkeit, betrachtet man den Lehrermangel hierzulande.

Aber nicht nur bestehende Lehrkräfte stehen vor dem Problem, die Umsetzung wird auch dadurch erschwert, dass junge Lehrer an den Hochschulen noch immer nicht in Sachen digitale Bildung ausgebildet werden.

Sie müssten direkt nach dem Referendariat wieder die Schulbank drücken und das, wo es doch ohnehin schon zu wenig Nachkömmlinge gibt: Ein Teufelskreis, an dem auch 5 Milliarden vorerst nichts ändern können.

Dänemark – Der Vorreiter im weltweiten Vergleich der digitalen Bildung

Das skandinavische Land lebt vor, was in westlichen Ländern selbstverständlich sein sollte.

Laut ICILS verwenden 91 Prozent der dänischen Schüler und Schülerinnen digitale Medien im Unterricht.

Klassenzimmer zeigen sich, wie sie fotografisch auf einem Werbeflyer für digitale Bildung zu sehen wären.

Fast jeder Schüler ist mit einem Laptop ausgestattet, Smartphones liegen offen auf den Tischen.

Kaum einer verwendet noch Papier, stattdessen werden alle aufgenommenen Informationen direkt in das Gerät getippt.

Auf der anderen Seite sind selbst zu recherchierende Informationen schnell hergeholt, da ab den ersten Klassen das Verständnis der Nutzung von Mediengeräten als Lösung von Problemen gelehrt wird und nicht selbst das Problem ist.

 

David und Goliath

Diagramm: Stand der Digitalen Bildung in Deutschland

Diagramm: Stand der Digitalen Bildung in Deutschland

Schauen wir uns dagegen Deutschland an, sind gerade einmal 4 Prozent der hiesigen Schüler mit Tablets oder Notebooks ausgerüstet.

Auch in den Lehrekollegien hinkt der Vergleich: Während sich hierzulande 17 Prozent der Lehrer auf digitalem Wege untereinander und mit Schülern austauschen, sind es mit 97 Prozent in Dänemark fast alle.

Metaphorisch ist hier ein Vergleich zwischen David und Goliath zu nehmen – wobei die Rolle als Goliath, dem Riesen, der vom kleinen David letztlich besiegt wurde, für Deutschland neu sein dürfte.

 

Die Kultur macht den Unterschied

Die Kultur, die in Dänemark hinter dem fortschrittlichen Weg steckt, offenbart warum es dort so einfach zu funktionieren vermag und in Deutschland nicht.

Während hierzulande Bürokratie, zahlreiche Bedingungen und jahrelang ausgetüftelte Konzepte als Hürde der digitalen Zukunft im Weg stehen, folgt unser Nachbarland einer dort altbewährten Herangehensweise: EINFACH MACHEN!

Die positiven Folgen durch digitale Bildung sieht man dort nicht nur in den Oberschulen, sondern bereits in Kitas und Grundschulen.

Drittklässler erlernen im praktischen Unterricht das Zusammenbauen eines Computers oder erstellen mithilfe der Kinder-Programmiersprache Scratch kleine Videospiele.

Es wird Wert daraufgelegt, die Medien nicht nur zu verwenden, sondern auch ein Verständnis für ihre Funktionsweisen zu erlangen.

Ganz nach dem Motto: Der Computer ist immer nur so schlau wie jener, der ihn bedient.

Fazit
  • Dänemark ist weltweiter Vorreiter in der digitalen Bildung und macht damit vor, was auch in Deutschland Status quo sein sollte.
  • 91 Prozent der Schüler arbeiten dort im Unterricht mit Laptops und Tablets.
  • Bereits in der 3. Klasse erlernen diese die Kinder-Programmiersprache Scratch.
  • In dem skandinavischen Land liegt der Erfolg des modernen Bildungssystems vor allem in dessen Kultur, während in Deutschland die Bürokratie aufhält.

Nachteile des digitalen Lernansatzes

Neben all den positiven Dingen hat es naturgemäß auch Nachteile, Kinder und Jugendliche in der Schule vor die Mattscheibe zu setzen.

Allen voran ist der kognitive Aspekt zu erwähnen: während bewiesenermaßen das handschriftliche Abschreiben von der Tafel oder das Schreiben eines Diktats vom Gehirn besser verarbeitet und nachhaltiger abgespeichert wird, ist es in der modernen Bildung benachteiligt.

So bewiesen Studien, dass sich die Fähigkeiten der Schüler durch digitale Bildung erweitert haben, aber beispielsweise fehlerfreies Lesen oder sich Dinge zu merken verschlechterten.

 

Soziale Medien als moderne Art des Zeit-Absitzens

Social Media als Ablenkung im Unterricht

Social Media als Ablenkung im Unterricht (Social Media Soziale Netzwerke von geralt unter Pixabay Lizenz)

Ein weiterer wesentlicher Contra-Punkt ist die Ablenkung durch soziale Medien und Spielen während des Unterrichts.

Natürlich lässt sich dagegen Software einsetzen, die verhindert, dass die Schüler Zugriff auf etwaige Ablenkungen haben.

Würde sich Deutschland in Sachen digitale Bildung jedoch an dem Vorbild Dänemark orientieren, müsste es auch das Konzept „Bring your own device“ beherzigen.

Dieses sieht vor, dass die Schüler ihre eigenen Geräte mitbringen und die Schulen nur in speziellen Fällen Abhilfe schaffen.

Schlusswort: Der schwarze Peter ist nicht die Lösung

Zukunft der Digitalen Bildung

Zukunft der Digitalen Bildung (Ipad Mädchen Tablette von cuncon unter Pixabay Lizenz)

Aktuell wird hierzulande mehr über digitalisierte Bildung gesprochen als umgesetzt. Ein Zustand, der in einigen Jahren Deutschland ins Hintertreffen geraten lassen wird.

Grundschulen, Realschulen und Gymnasien staatlicher Natur sehen noch immer alt in Bezug auf digitale Bildung aus und warten vergebens darauf, dass die Verantwortlichen die Zukunft einläuten statt nur die Schulhof-Pause.

Diese stehen jedoch vor dem Dilemma, dass sie ihre Lehrer und Lehrerinnen nicht so einfach auf mehrwöchige Fortbildungen schicken können und auch nicht den nötigen technischen Support haben, um die Digitalisierung an jeder Schule umzusetzen.

Bis dato zeichnen sämtliche pädagogischen Studien zur digitalen Bildung daher ein immer gleiches Bild für Deutschland auf: Frontalbeschallung mit minimalen digitalen Einflüssen statt individualisiertes Lernen mit allen digitalen, pädagogisch wertvollen Möglichkeiten, die 2020 bereithält – zum Nachteil der Schüler.

Und wenn man bedenkt, dass nicht nur Dänemark in der ICILS vor uns liegt, sondern auch Südkorea, Finnland, Frankreich und die USA, haben wir einen gewaltigen Vorsprung wett zu machen, um später noch mithalten zu können.

Nun bringt es nichts, den schwarzen Peter an die Wand zu malen. Die Umsetzung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und dauert so oder so viele Jahre, um einen angemessenen Stand des Bildungssystems in Bezug auf digitale Themen zu bekommen.

Auch Dänemark hat die digitale Bildung nicht von heute auf morgen eingeläutet. Ihr Vorsprung kann aber auch Deutschlands Vorteil sein.

Wie von einer Eltern-Generation zu nächsten können wir aus den Fehlern unseres Nachbarlands lernen und es besser machen. Denn eines ist meiner Meinung nach klar: Digitale Bildung birgt wie gesehen auch Nachteile.

Wollen wir es für unsere Kinder richtig machen, dann ist es unumgänglich, dass wir einen gesunden Mix aus bewährtem Schulalltag und fortschrittlicher digitaler Bildung voranbringen – sei es in Bezug auf die Ausführung des Unterrichts als auch in der Vermittlung von Wissen und Verständnis bezüglich der Digitalisierung.

Das Einhämmern der digitalen Bildung mit dem Vorschlaghammer, nur weil wir Jahrzehnte hinterherhinken, ist definitiv nicht die Lösung.

Wir sind zwar spät dran, aber es sollte besser eine nützliche und nachhaltige Veränderung dabei herauskommen als eine, die in 5 Jahren erneut umfangreich reformiert werden müsste.

Für und Wider der digitalen Bildung

Pro und Contra der Digitalen Bildung auf einen Blick:

ProContra
Schüler und Studenten werden besser auf die aktuelle und zukünftige Welt vorbereitetKognitive Nachteile beim Lernen, Lesen und Verstehen, da digitale Technik das Abschreiben und andere für das Gehirn förderliche Techniken überflüssig macht
Effizienterer Unterricht, da Fragen der Schüler spontan geklärt werden und nicht auf die nächste Unterrichtsstunde verschoben werden müssenAblenkung durch soziale Medien und Spiele im Unterricht
Erlernen des praktischen Verständnisses von Mediengeräten und moderner TechnologieAufgrund des Lehrkräftemangels in Deutschland stellt sich ein sofortiger Schritt in Richtung digitale Bildung als schwer dar
Besserer Austausch unter Lehrern, der auch international geprägt sein kannKindern lernen zwar ebenso schreiben wie andere Grundschüler, aber es ist ein Unterschied, ob es handschriftlich auf einem Tablet oder ebenso auf einem Blatt Papier vom Gehirn gelernt wird
Mediengeräte sind ein wichtiges Werkzeug, um sich in der digitalen Welt zurechtzufinden. Ohne das Wissen darüber wird Deutschland in Bezug auf die schon jetzt zunehmende digitale Globalisierung in Zukunft benachteiligt sein
Didaktisch wird der Unterricht interessanter gestaltet und durch Praxisinhalte zur digitalen Bildung wird das heute selbstverständliche Interesse von Schülern für Computer, Medien & Co. abgeholt

Quellen

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Seit klein auf als Gamer unterwegs. War schon im Netz aktiv, als Meme noch ein Fremdwort war. Norddeutscher Schreiberling, der auf digitales Gedöns steht.



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