Slutshaming

Letzte Aktualisierung am 15.10.2019 | 42 Aufrufe | Fehler melden

Bedeutung

Slutshaming ist der Oberbegriff für die Diffamierung von jungen Frauen, deren Verhalten im Hinblick auf ihre Sexualität nicht den allgemeinen, gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht.

Obwohl er eigentlich sehr negativ klingt, verwenden ihn hauptsächlich eben diese Frauen, um zu verdeutlichen, dass sie ihre Sexualität frei und vor allem ohne dafür vom Rest der Gesellschaft kritisiert zu werden, ausleben wollen.

Öffentliches Interesse

Ursprung

Übersetzt man den Begriff, setzt er sich aus den beiden englischen Wörtern für „Schlampe“ und „Beschämen“ zusammen.

Ungeklärt bleibt, wann genau der Begriff zum ersten Mal auftaucht, allerdings gibt es eine Reihe solcher Bezeichnungen auch für andere Phänomene, bei denen eine Gruppe von Menschen gezielt von anderen gemobbt wird, z.B. Bodyshaming für das gezielte Ausgrenzen von Menschen, deren Körper nicht dem Schönheitsideal anderer entspricht.

Seit jeher ist es typisch, dass Männer eher Anerkennung von anderen Männern erfahren, wenn sie viele wechselnde Sexualpartner haben; das zeugte in den Augen vieler von Männlichkeit.

Für Frauen hingegen gab es selten Verständnis seitens der Gesellschaft, besonders vor der sexuellen Revolution in den 1960er und 1970er Jahren. Für sie war die Rolle der Ehegattin, Mutter und Hausfrau vorgesehen.

Obwohl sich diese Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten lockerten, findet man auch heutzutage immer noch Stereotype dieser Art.

Bezeichnend ist auch, dass es für Frauen, die sexuell aktiv mit wechselnden Partnern außerhalb einer Beziehung sind, die Beleidigung „Schlampe“ gibt, hierzu aber kein männliches Pendant existiert.

Weiterhin bezieht sich der Begriff aber auch darüber hinaus auf weibliche Opfer von sexuellen Übergriffen durch Männer, denen gesellschaftlich nicht selten die Schuld an diesen Missbräuchen gegeben wurde, zum Beispiel weil sie sich aufreizend gekleidet und somit den Täter zur Tat animiert haben sollen. Auch gegen diese Täter-Opfer-Umkehr setzt sich „Slutshaming“ ein.

Verbreitung

„Slutshaming“ wurde explizit durch Social Media Plattformen wie YouTube, Twitter, Facebook und Instagram ein Thema.

Durch die modernen Medien haben es Gleichgesinnte viel einfacher als früher, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam für ihre Überzeugung stark zu machen.

Seit 2011 beispielsweise gibt es die sogenannten „Slutwalks“ (zu Deutsch: „Schlampenmärsche“) bei denen Frauen gegen diese Art der Diskriminierung demonstrieren. Vor allem in der feministischen Szene ist der Begriff ein Thema.

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